Der gefeierte Ritter an der Seite Jeanne d'Arcs wurde später zu einer der berüchtigtsten Gestalten des Mittelalters. Seine grausamen Verbrechen könnten Charles Perrault zur Blaubart-Legende inspiriert haben. Entdecke die wahre Geschichte hinter einem der dunkelsten Kapitel der französischen Geschichte.
Das Schicksal der tapferen Jean D’Arc, die auf dem Scheiterhaufen starb, ist weithin bekannt. Doch kaum jemand kennt den tapferen Ritter an ihrer Seite, der selbst zur Legende werden sollte - als finstere Inspiration für das Märchen „Blaubart“
Die grausamen Taten des Gilles de Rais schockierten seine Zeitgenossen und fanden in der Geschichte von Charles Perrault ein düsteres Ende.
Die Legende des Ritter Blaubart
Ritter Blaubart wollte wieder heiraten. Seinen blauen Bart fanden die meisten Mädchen jedoch weniger anziehend. Nur sein immenser Reichtum konnte eine junge Frau überzeugen.
Bei der Hochzeit übergab er ihr die Schlüssel seiner Burg unter einer Bedingung. Sie durfte ein bestimmtes Kabinett niemals betreten.
Mit dem Verbot wurde ihre Neugier erst recht angefacht. Eines Tages, als ihr Gatte nicht in der Burg war, öffnete sie die Tür und wich entsetzt zurück.
Sie fand die Leichen ihrer Vorgängerinnen. Grausam ermordet von ihrem Ehemann.
Nach der Rückkehr entdeckte Blaubart ihren Ungehorsam und drohte, auch sie zu töten.
Rechtzeitig konnte sie ihre Brüder um Hilfe bitten. Diese eilten herbei und töteten Ritter Blaubart.
Und wenn sie nicht gestorben sind……
Die Legende von Blaubart ist nicht nur ein Märchen sondern inspiriert durch die Grausamkeiten eines einst als Helden gefeierten Mannes: Gilles de Rais
Die Verbrechen des Gilles de Rais?
Gilles de Rais wurde 1405 in eine wohlhabende Adelsfamilie geboren. Er wurde an der Seite der heiligen Johanna ein gefeierter Kriegsheld und durch eine Erbschaft sehr vermögend. Nach dem Krieg führte ihn sein ausschweifender Lebensstil in eine Abwärtsspirale von Gewalt und schwarze Magie
In den Wirren des Hundertjährigen Krieges waren viele Kinder unbeaufsichtigt -eine schutzlose Beute für Gilles de Rais. Zwischen 1432 und 1440 nutzte Gilles de Rais diese Lage aus. Er wurde zum grausamen Mörder.
Laut der späteren Prozessakten war Gilles de Rais besonders angetan von Knaben und halbwüchsigen Jünglingen.
Der Baron lockte den 14-jährigen Jean in sein Stadtpalais in Nantes. Er entließ den Jungen mit einem Brot nach Hause.
Zu Hause angekommen gab Jean seiner Mutter das Brot und sagte ihr, dass er in hoher Gunst bei dem edlen Herren stehe und sogar Weißwein zu trinken bekommen habe.“
Eines Tages kehrte er wieder in das Haus des Baron zurück und wurde von seinen Eltern nie wieder gesehen.
Keiner wagte es, sich gegen den mächtigen Baron zu stellen. Die stille Verzweiflung wurde zu einem offenen Geheimnis. Niemand traute sich, es laut auszusprechen.
Der Baron fühlte sich unbesiegbar und überfiel bei einer Pfingstmesse einen Geistlichen. Der Kleriker ließ sich das nicht bieten und zeigte ihn an. Seine Burgen wurden von der Justiz auf den Kopf gestellt und man fand Kinderskelette und menschliche Asche.
Unter der Folter gab Gilles de Rais mehr als 140 Morde an Kindern und Jugendlichen zu. Wegen Mordes, Hexerei und Teufelsanbetung wurde er verurteilt.
Am 26. Oktober 1440, neun Jahre nach Jean D’Arcs Hinrichtung, fand auch ihr einst heldenhafter Ritter den Tod durch den Strang.
Die grausamen Taten des Gilles de Rais leben weiter in der Figur des Ritter Blaubart. Beide verbindet hinter einer prachtvollen Fassade ihr tödliches Geheimnis.
Ob Charles Perrault diese reale Grausamkeit in ein Märchen verwandelte, um vor Neugier und blinder Vertrauensseligkeit zu warnen oder um die Taten eines der grausamsten Ritter der Geschichte für immer unvergessen zu machen?