Die Tragödie der Margaretha von Waldeck
Hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen lebte ein…..
Wer kennt es nicht? Schneewittchen, das Märchen der Gebrüder Grimm. Das arme von der Schwiegermutter gehasste Mädchen soll es wirklich gegeben haben. Warum gerade Margarete von Waldeck als Vorlage diente, gehen wir auf den Grund.
Leid unter einer strengen Stiefmutter
Die kleine Margarete wurde 1533 als zweite Tochter in die Familie des Grafen Philipp IV. Von Waldeck-Wildungen und seiner Ehefrau Margarethe von Ostfriesland geboren.
Ihre Mutter starb mit dem 11. Kind im Kindbett. Sie konnte nicht mehr erleben, wie ihr Mädchen zu einer wahren Schönheit heranwuchs.
Die kleine Margarete war sechs Jahre alt, als ihr Vater 1539 erneut heiratete. Ihre kinderlose Stiefmutter, Katharina von Hatzfeld-Wildenburg, soll äußerst streng gewesen sein.
Verbotene Liebe am Brüsseler Königshof
Mit 11 Jahren wurde sie zur weiteren Erziehung über das Siebengebirge an den Brüsseler Hof des Kaisers Karl V. nach Brabant geschickt. Sie wurde Ehrenjungfrau und stand im Dienst der Königin Maria, der Tante Philipps, des Infanten des Kaisers.
Als sie 16 Jahre alt war, kam der junge Philipp ins Schloss Coudenberg, an den Hof seiner Tante. Die beiden lernten sich kennen und lieben. Eine verbotene Liebe. Denn der Kaiser hatte seinen Sohn schon der Königin Maria I. Tudor von England versprochen.
Anders als im Märchen gibt es für die junge Margarete jedoch kein Happy End. Ihre Liebe konnte sie nicht leben. Sie starb am 15. März 1554 im Alter von nur 21 Jahren nach einem schleichenden Verlust ihrer Gesundheit. In der Grafschaft vermutete man eine Arsen-Vergiftung.
Geht man davon aus, dass die böse Stiefmutter da bereits seit 8 Jahren begraben war, kann ihr diese wohl kaum einen vergifteten Apfel gereicht haben.
Mythos oder Wahrheit?
Wodurch wurden die Gebrüder Grimm dann inspiriert?
Der geschichtlich interessierte Lehrer Eckhard Sander fand drei Parallelen:
Die Tragödie der Grafentochter
Die kleinen Häuser um das Bergwerk Bergfreiheit
Kinderarbeit im Bergwerk
Im Bergwerk sollen damals Kinder für die harte Arbeit unter Tage eingesetzt worden sein. Das fehlende Tageslicht und eine schlechte Ernährung verhinderten das Wachstum. Sie vergreisten früh. Ihre Filzhüte sollten sie vor Steinschlag schützen.
So bekamen die bedauerlichen Kleinen als niedliche Zwerge ihren Platz im Märchen.
Margaretes Geschichte ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie das Leben einer einzelnen Person das Fundament für Mythen und Legenden bilden kann.
Geschichtsschreiber und Bewahrer alter Märchen lassen diese Erinnerungen in den Herzen und Gedächtnis der Menschen fortleben, solange die Geschichten erzählt werden.